LG München verurteilt SEAT-Händler zur Fahrzeugrücknahme

Mit einem aktuellen Urteil bringt das Landgericht München Bewegung in die Diskussion um Fahrzeugrücknahme und Schadensersatz im VW-Abgasskandal. Als erstes von bislang neun deutschen Landgerichten hat das LG München einen Seat-Händler in erster Instanz - nicht rechtskräftig - verpflichtet, einen 1,6 Liter-Diesel mit AE189-Motor gegen Erstattung des Kaufpreises zurück zu nehmen und zwar vor dem Werkstattbesuch im Rahmen des offiziellen Rückrufes.

Alle anderen Gerichte haben sich bislang nicht so deutlich positioniert und festgelegt, dass vor der Diskussion um Schadensersatz und Rücknahme zuvor das Ergebnis der Rückrufaktionen abgewartet werden muss. Erst dann könne man auf Basis von Gutachten feststellen, ob den Autobesitzern ein Schaden entstanden ist oder nicht. Das Landgericht München hält diesesn Zeitaufschub für nicht entscheidungsrelevant. Der Konzern weiß um die Wichtigkeit der Entscheidung und ermöglicht dem Händler die nächste Instanz aufzurufen. Dasher ist das Urteil noch nicht rechtskräftig, das Verfahren wird vor dem Oberlandesgericht neu verhandelt.